Debriefing

Mittels Live-Übertragung können auch die nicht im Szenario aktiv involvierten Teilnehmenden das Geschehen miterleben. Die aktiv im Szenario beteiligten Personen, kehren dann in den Debriefingraum zurück und können sich anschliessend anhand des Videos beobachten. Diese Beobachtungen sind wichtig für das gemeinsame Überlegen und Diskutieren darüber, welche Gedanken, Handlungen und Abläufe sich bewährt haben und welche verändert werden können. Die Ergebnisse dieser Debriefings können dann gleich im nächsten simulierten Fall umgesetzt werden. Es ist anders, selbst zu Erkenntnissen zu gelangen und sich darüber zu identifizieren was uns bisher davon abgehalten hat, gewisse Handlungen in der gewünschten und korrekten Art auszuführen (zB. eine suffiziente Herzdruckmassage mit regelmässig koordinierten Handwechseln.) Die Selbsterkenntnis ist viel nachhaltiger, als wenn man von aussen von einem Instruktor einfach darauf hingewiesen wird.

Wir wissen, dass unsere Teilnehmenden es nicht gewohnt sind, dass ihre Handlungen, Bewegungen und Äusserungen von ihren Teamkollegen und Instruktoren beobachtet und analysiert werden und dass ein gemeinsames Reflektieren selten ist. Deshalb bemühen wir uns sehr, vom ersten Moment an eine Lernumgebung zu schaffen, in der sich die Teilnehmenden sicher fühlen, sich öffnen und aus ihrer «Komfortzone» herausgehen und sich auf Diskussionen über ihre klinische Praxis einlassen, um daraus lernen zu können.

Grundsätzlich ist das Debriefing – die strukturierte Nachbesprechung der simulierten Fälle – die wichtigste Struktur für das Lernen aus den Szenarien und darüber entscheidend. Im Gegensatz zum klinischen Alltag, in dem wir uns wenig Zeit zum Überlegen nehmen, was zu Erfolgen und was zu Zwischenfällen beigetragen haben könnte und zu vorschnellen Schlüssen neigen, gibt es während des Simulationstrainings Zeit zum «gemeinsamen Nachdenken».

Das Debriefing dauert ungefähr doppelt bis dreimal so lange wie das Szenario. Gemeinsam diskutieren die Instruktoren und die Teilnehmenden weniger was im Szenario passiert, sondern warum und welche persönlichen Annahmen und Teamdynamiken ihre Handlungen beeinflusst haben.