Woher kommt die Simulation

Definition von „Human Factors“, also menschliche Faktoren, umfassen all jene Faktoren, welche die Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Menschen vor allem in komplexen Situationen oder Systemen bestimmen. 

Der Faktor Mensch spielt bei über 70% aller Zwischenfälle inner- und außerhalb der Medizin eine wesentliche oder beitragende Rolle und steht deshalb im Zentrum bei den Bemühungen, die Handlungssicherheit von Menschen in komplexen Arbeitswelten zu erhöhen.

Die Medizin hat sich die Simulation aus der Aviatik abgeholt. Die Anfänge der Flugsimulation führt zurück bis Anfang 1900, da lernten junge Piloten auf dem «Antoinette-Trainer» (der aus übereinandergestapelten Fässern bestand und von Assistenten bewegt wurde – siehe Abbildung 2) ihre Maschine im Gleichgewicht zu halten.

Heute verbringen Piloten einen Grossteil ihrer Flugausbildung in Flugsimulatoren. Tausendmal werden Start- und Landungsflüge geübt und besondere Flugsituationen simuliert. Keine Fluggesellschaft setzt einen Piloten ins Cockpit, nachdem er erfolgreich den theoretischen Teil der Fliegerausbildung abgeschlossen hat. Tausende Flugsimulationen absolvieren die Piloten vor dem ersten realen «Take-off» und die Trainings gehören fest zur praktischen Grundausbildung.

Und in der Medizin? 6 Jahre Medizinstudium – und leider ist dabei das Thema Human Factors, CRM und NTS immer noch ein vernichtend kleiner Anteil in der Ausbildung. Bei uns in Bern besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Bern und die Studenten erfahren im Rahmen ihrer Grundausbildung bereits die Simulationsausbildung. Die Simulationen sind bereits fix im Bildungsgang implementiert. Mehr dazu hier

Und im medizinischen Berufsalltag? – Sagen wir so: Wir haben noch zu tun! Sind überzeugt von dem was wir tun, wir machen es mit Begeisterung, sind uns der Bedeutung und Wichtigkeit bewusst und freuen uns über all die erfolgreichen Simulationen, die wir durchführen und auch immer mehr an Beliebtheit erlangen.

(Quellen: Notfall Rettungsmed 2010 · © Springer-Verlag 2010 sowie users.skynet.be/aerosite/6sim_science.htm)